Nach Jahren, in denen sich viele große Blockbuster vor allem wie überlange Streaming-Inhalte angefühlt haben, schafft The Mandalorian & Grogu etwas Erstaunliches: Der Film erinnert daran, warum man überhaupt ins Kino geht.
Schon die ersten Minuten machen klar, dass hier nicht einfach eine Fernsehserie auf die große Leinwand verlängert wurde. Die Bilder besitzen Größe, Tiefe und vor allem dieses Gefühl von Abenteuer, das Star Wars einst zur erfolgreichsten Weltraumsaga der Filmgeschichte gemacht hat. Raumschlachten donnern durch den Saal, fremde Welten wirken greifbar, und die Action hat eine Wucht, die auf dem heimischen Fernseher schlicht nicht dieselbe Wirkung entfaltet.
Vor allem die Special Effects verdienen großes Lob. Endlich gibt es wieder visuelle Effekte, die einen Kinobesuch tatsächlich lohnend machen. Statt beliebiger CGI-Bilderfluten bekommt man spektakuläre Schauwerte, die mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurden. Viele Sequenzen erzeugen genau jenes Staunen, das man bei modernen Blockbustern inzwischen viel zu selten erlebt.
Besonders erfreulich ist außerdem, wie selbstbewusst der Film zeigt, dass Star Wars auch ohne Lichtschwerter hervorragend funktionieren kann. Natürlich gehören Jedi und Sith zum Mythos der Reihe, aber Din Djarin und Grogu beweisen erneut, dass Kopfgeldjäger, Outlaws, Raumschiffe und fremde Welten oft genauso faszinierend sein können. Der Film setzt auf Abenteuer, Figuren und Atmosphäre statt auf nostalgische Fan-Service-Checklisten.
Pedro Pascal verleiht dem Mandalorianer erneut genau die richtige Mischung aus Härte und Menschlichkeit, während Grogu inzwischen längst mehr ist als nur „das süße kleine Wesen“. Die Beziehung der beiden bildet das emotionale Zentrum des Films und sorgt dafür, dass selbst die größten Actionszenen nie ihre menschliche Komponente verlieren.
Natürlich gibt es einen kleinen Kritikpunkt. Trotz seiner Qualitäten fühlt sich The Mandalorian & Grogu stellenweise eher wie mehrere besonders hochwertige Episoden einer Serie an als wie ein klassisch strukturierter Kinofilm. Einige Handlungsabschnitte wirken episodisch, als wären sie ursprünglich für eine Staffel konzipiert worden. Das schmälert den Unterhaltungswert kaum, verhindert aber, dass der Film die erzählerische Geschlossenheit der besten Star Wars-Kinofilme erreicht.
Am Ende fällt dieser Einwand jedoch kaum ins Gewicht. Zu groß ist der Spaß, zu stark die Figuren und zu beeindruckend die audiovisuelle Umsetzung.
Fazit
The Mandalorian & Grogu liefert genau das, was sich viele Fans seit Jahren von einem Star Wars-Kinofilm wünschen: großes Abenteuerkino, fantastische Schauwerte, sympathische Figuren und eine Geschichte, die ohne Jedi-Mystik und Lichtschwerter hervorragend funktioniert. Der Film mag gelegentlich den Rhythmus einer TV-Serie haben, erinnert aber gleichzeitig daran, wie magisch großes Popcornkino sein kann.