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Send Help fühlt sich ein bisschen an wie ein Film, der beim Schreiben ständig seine Meinung geändert hat. Erst wirkt alles wie ein klassischer Survival-Thriller, dann plötzlich wie eine schwarze Komödie, zwischendurch beinahe wie ein Horrorfilm – und am Ende sitzt du da und denkst: „Okay … aber was wolltet ihr jetzt eigentlich genau erzählen?“

Die Grundidee ist eigentlich solide: Nach einem Flugzeugabsturz stranden "mehrere" Menschen auf einer einsamen Insel und müssen irgendwie miteinander klarkommen, während langsam alle Nerven durchbrennen. Klingt nach solidem Genre-Kino. Leider sind die Figuren dabei so klischeehaft geschrieben, dass man sie teilweise schon nach dem ersten Satz komplett durchschaut.

Da gibt’s natürlich den "dicke Hose Macker-Chef", das Mauerblümchen, dass als sozialen Kontakt nur ihr Haustier kennt und natürlcih die Kandidaten, bei denen du sofort weißt: „Die erleben den dritten Akt nicht.“ Das Problem ist nicht mal, dass die Archetypen existieren – sondern dass der Film ihnen kaum etwas Eigenes hinzufügt.

Trotzdem hat Send Help durchaus unterhaltsame Momente. Einige Spannungssequenzen funktionieren ordentlich, die Inselatmosphäre ist angenehm unangenehm, und man merkt, dass der Film zumindest visuell Ambitionen hat. Gerade nachts entstehen teilweise starke Bilder zwischen Paranoia und Isolation.

Dann kommen allerdings diese animierten Zwischensequenzen.

Und meine Güte sind die furchtbar.

Sie wirken wie unfertige Streaming-Intros aus der frühen Netflix-Experimentierphase: billig, stilistisch völlig deplatziert und technisch erstaunlich schwach. Jedes Mal, wenn der Film kurz Spannung aufgebaut hat, reißen ihn diese Animationen wieder komplett auseinander. Man fragt sich wirklich, wer am Ende beschlossen hat: „Ja, genau DAS braucht dieser Film jetzt.“

Das größte Problem bleibt aber der Tonfall. Send Help weiß einfach nie so richtig, ob es dich erschrecken, zum Lachen bringen oder emotional treffen möchte. Statt Genre clever zu vermischen, wirkt vieles eher wie drei unterschiedliche Filme, die versehentlich zusammengeschnitten wurden.

Dabei steckt durchaus Potenzial drin. Mit klarerer Ausrichtung und besseren Figuren hätte das ein richtig unangenehmer kleiner Survival-Horrorfilm werden können.

Fazit

Send Help ist kein Totalausfall, aber ein ziemlich chaotischer Genre-Mix. Die Atmosphäre stimmt stellenweise, einige Szenen machen Spaß – doch die flachen Charaktere und besonders die grauenhaften Animationen ziehen den Film immer wieder runter. Solide Unterhaltung für einen Abend, mehr aber auch nicht.

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