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Es gibt Filme, bei denen man nebenbei aufs Handy schaut. Und dann gibt es Filme wie Not Without Hope, bei denen du irgendwann automatisch prüfst, ob dein Wasserglas noch voll ist. Joe Carnahans Survival-Drama nimmt eine eigentlich simple Geschichte – Boot kippt um, Männer treiben im offenen Meer – und macht daraus erstaunlich packendes Nervenkino.

Vier Freunde fahren zum Angelausflug raus aufs Meer. Schlechte Idee. Ein Sturm später sitzen sie mitten im Nirgendwo, ohne Wasser, ohne Orientierung und mit der permanenten Angst, gleich als Hai-Snack zu enden. Klingt erstmal nach klassischem „Männer leiden im Wasser“-Film – und ja, genau das ist es auch. Aber eben ziemlich gut gemacht.

Der große Pluspunkt: Der Film versucht nicht ständig cool zu sein. Statt dumme Actionhelden-Sprüche rauszuhauen, zeigt Not Without Hope einfach Menschen, die langsam körperlich und psychisch zerbrechen. Gerade dadurch wird das Ganze unangenehm intensiv. Du spürst förmlich die Erschöpfung, die Kälte und dieses langsame Abrutschen in Hoffnungslosigkeit.

Zachary Levi überrascht dabei wirklich positiv. Normalerweise kennt man ihn eher als charmanten Typen mit Dauergrinsen, hier wirkt er dagegen komplett ausgezehrt und glaubwürdig panisch. Josh Duhamel bringt zusätzlich genau die richtige „Ich tu so, als hätte ich alles im Griff“-Energie mit, die in solchen Filmen immer kurz vor dem emotionalen Zusammenbruch steht.

Joe Carnahan (The Grey) weiß außerdem genau, wie man Natur zur Bedrohung macht. Das Meer sieht hier nicht romantisch aus, sondern wie ein riesiges, gleichgültiges Monster. Keine übertriebene CGI-Kirmes, sondern dreckiger, harter Überlebenskampf.

Klar: Der Film hat ein paar typische Genre-Klischees, manche Dialoge sind etwas zu pathetisch, und nicht jede Figur bekommt genug Tiefe. Aber insgesamt funktioniert das Ding erstaunlich gut – vor allem, weil es auf einer echten Geschichte basiert und nie ins komplette Hollywood-Pathos abrutscht.

Fazit

Not Without Hope ist kein perfekter Survivalfilm, aber ein verdammt spannender. Intensiv, emotional und deutlich besser gespielt, als man zunächst erwartet. Wenn du Filme magst, bei denen Menschen gegen Natur, Erschöpfung und ihre eigene Verzweiflung kämpfen, bist du hier genau richtig.

Not Without Hope